NEWS:

-Die Spendengelder der letzten Aufführungen des Benefizmusicals Anna wurden für die im Vorraus ausgegebenen Renovierungsgelder hergenommen.Der Rest(ca.600Euro)wurde vor ein paar Wochen auf das dort eingerichtete Konto überwiesen, sodass die Kinder mit notwendigen Bedürfnissen versorgt werden können.

-Am 5.Oktober08 findet eine weitere Aufführung des Musicals statt, und wir alle freuen uns sehr dass dadurch weiterhin die Hilfe gegeben ist.

-Die Pläne Freiwillige durch die Organisation“AFS” dort unterzubringen sind in den letzten Zügen

Behindertenheim – Berekum

Vergangenheit

Die Leiterin des Waisenhauses “Hope For You” in Accra, Felicia Mensah, bat mich um die Hilfe bei der Unterstützung ihrer Pläne ein Behindertenheim in ihrer Heimatstadt Berekum, in der Brong-Ahafo-Region Ghanas, ca.8 Stunden von Accra entfernt, aufzubauen.
Mitte Februar 2008 wurden unsere Pläne konkreter als es uns in Berekum möglich war ein Haus für die nächsten 5 Jahre zu mieten.
Mitte März verließ ich also wieder Accra um die Renovierung des Hauses in Angriff zu nehmen. Die folgenden 2 Wochen verbrachte ich als Renovierungsleiterin damit so manche Herausforderung zu meistern: Ich fühlte mich manchmal unverstanden, alleinverantwortlich und zur gleichen Zeit von einem ganzen Dorf bei der Arbeit beobachtet. Nach erfolgreich abgeschlossener Renovierung richtete ich alle Räumlichkeiten im April ein, sodass es uns offiziell ab dem 15.04.08 möglich war die ersten Kinder aufzunehmen. Nach einer Radiodurchsage wählten wir die Kinder aus die am ehesten Hilfe benötigten und deren Familien überfordert waren.

An dieser Stelle ein paar Informationen bezüglich der Situation und Stellung Behinderter in Ghana:
Die Gesellschaftsieht behinderte Menschen, vor allem geistiger Art, meist nicht als gleichwertig an. Grund dafür ist unter anderem der noch heute verbreitete spirituelle Glaube, was bedeutet dass z.B. ein böser Geist im Betroffenen ihn anders handeln lässt oder auch die Eltern für eine Sünde oder ähnliches bestraft werden. Es mangelt also zum einen an Aufklärung und Bildung, zum anderen fühlen dich diese Eltern deswegen oft unwohl dabei die Kinder in der Öffentlichkeit zu zeigen, und da auch von der Regierung kaum Einrichtungen bereitgestellt werden haben diese Kinder oft kein schönes Leben, versteckt und die meiste Zeit im Haus gehalten, manchmal sogar auch abgestoßen.
Da Behinderte aber viel Aufmerksamkeit benötigen ist es vor allem den Müttern nicht möglich arbeiten zu können was auch zu finanziellen Problemen führt.
Ich halte es deshalb für unbedingt notwendig und hilfreich dieses, wenn auch vorerst nur kleine Heim für behinderte Kinder aufgebaut zu haben.
Den Kindern wird hier die Chance auf ein lebenswürdiges Leben gegeben und ihre Familien werden gleichzeitig entlastet.

Gegenwart

Zurzeit leben 6 Kinder in diesem Heim. Sie sind keine Waisen, vielmehr sollte das Heim als eine Art 24-Stunden-Betreuung angesehen werden, wobei die Familienangehörigen jederzeit willkommen sind.
Dies sind die “Schützlinge”:

Madwoa

Madwoa

ist 4 Jahre alt und wurde mir bereits vor der Abreise in Accra nach beendeter Renovierung anvertraut. Da ihre Eltern mit der überwiegend geistigen Behinderung der Kleinen nicht umgehen konnten lebte sie die ersten Jahre bei ihren Großeltern. Nach dem kärglichen Tod der Großmutter war ihr Großvater der Aufgabe und Alleinverantwortung, für sie zu sorgen nicht mehr gewachsen, sodass sie schließlich zu uns in das Waisenhaus in Accra gebracht wurde. Von dort aus nahm ich sie also auf eine weite und anstrengende Reise nach Berekum mit.
Madwoa ist ein fröhliches, friedvolles, liebenswertes kleines Mädchen das sich gut mit sich selbst und vor allem ihren Händen beschäftigen kann, auch wenn sie nicht läuft und spricht.

Michael

Michael

Michael, 5 Jahre alt, seine Situation ist ähnlich: die Mutter ließ ihn bei der Großmutter zurück die sich bald nicht mehr in der Lage fühlte für ihn zu sorgen. Da auch der Vater arbeitstätig ist war das Heim die beste Lösung für sie.
Auch Michael ist ein lebendiger fröhlicher Junge der zwar körperlich normal entwickelt ist, aber – vielleicht aufgrund seiner Epilepsie – nicht spricht.

Randolph

Randolph

ist 5 Jahre alt und leicht entwicklungsverzögert, d.h. er spricht zwar, jedoch nicht altersgemäß, weshalb er nicht von einer normalen Schule aufgenommen wird.
Außerdem kann er aufgrund körperlicher Probleme nicht laufen.
Anfangs war es hart für ihn, da er intelligent genug war zu verstehen was passiert und seine Mutter sehr vermisst hat. Mit der Zeit lebt er sich aber immer besser ein und auch ich habe ihn wirklich ins Herz geschlossen.

Emanuel

Emanuel

Der 8-jährige war nach dem Tod des Vaters ebenfalls eine Last für die Mutter, die Verkäuferin ist und während der Anwesenheit ihres Sohnes kaum etwas verkaufen konnte.
Seine Situation lässt es jedoch nicht zu ihn unbeobachtet zu lassen, denn obwohl er nicht wirklich laufen und reden kann, bewegt er sich fort wodurch für ihn gefährliche Situationen entstehen können.

Richmond

Richmond

ist ebenfalls 8 Jahre alt und macht es seiner Mutter aufgrund seiner geistigen Behinderung und somit nötigen Betreuung sehr schwer alltäglichen Pflichten nachzukommen.
Er ist aber trotzdem ein gefühlvoller, körperlich normal entwickelter Junge, der durch die Aufnahme ins Heim den Alltag seiner Mutter erleichtert hat die jetzt regelmäßig zu Besuch kommt.

Samuel


Kwame

Samuel ist er kurz vor meiner Abreise dazugekommen. Er ist 10 Jahre alt, was man ihm aber aufgrund seiner Behinderung kaum ansieht. Da er eine starke Frühgeburt war entwickelte er sich spät, hat außerdem Epilepsie. Körperlich und eigentlich auch geistig kommt er gut zurecht, will aber unter anderem aufgrund der Epilepsie von Lehrern nicht in eine Schule aufgenommen werden.
Da beider Elternteile arbeiten erfährt er jetzt hier ein schöneres Gemeinschaftsgefühl.

Diese 6 Kinder leben alle gemeinsam mit den Betreuern im Heim, das sich aufteilt in ein Haupthaus mit Veranda, einer aus Holz gebauten Küche, einem Badehaus mit Dusche und WC und einem außerhalb des eingezäunten Bereiches gelegene Gebäude, das in Zukunft für die Freiwilligen bereitsteht.
Die beiden Räume im Haupthaus werden als Spiel- und Schlafzimmer aufgeteilt, jede Nacht schläft außerdem eine Betreuerin mit im Zimmer.
Zur Zeit sind 3Personen im Heim eingestellt, zwei einheimische Frauen (Maria und Gifti) die sich vorwiegend um das Wohl der Kinder kümmern: kochen, waschen, putzen, Kinder baden und füttern…und eine Sekretärin (Regina) die zukünftig vor allem das Management übernimmt, aber auch daran arbeitet die Kinder sowie Arbeiter zu schulen.
Wir sind außerdem gerade fertig geworden mit dem Rest der “Bauarbeiten” wie das Streichen des Zaunes mit Schutzfarbe, die Betonierung einer großen Fläche des Grundstücks was zum einen der Erosion vorbeugt und zum anderen einen besseren Untergrund für die Kinder schafft die sich meist auf dem Boden aufhalten.
Außerdem wurden noch Spielgeräte wie ein “Drehkreisel” und eine Schaukel angeschafft, ein Wegweiserschild angebracht und ein “Heimkonto” vor Ort eingerichtet.

Zukunft

Natürlich ist es schwer zu sagen was passieren wird, generell ist es jedoch möglich bis zu 10Kinder im Heim aufzunehmen und zu versorgen.
Sollten in Zukunft genügend Spendengelder zusammenkommen könnte man auch darüber nachdenken entweder ein zusätzliches Gebäude zu errichten oder in ein größeres eigenes Heim umzuziehen.
In naher Zukunft versuchen wir jedoch den Kindern durch Liebe, Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen einen schönen Alltag zu schenken, sie aber auch gleichzeitig medizinisch zu unterstützen und versuchen sie zu trainieren.
Vermutlich werden auch andere Freiwillige kommen und gehen, die in jeglicher Hinsicht eine Bereicherung darstellen. Materialistisch Sachen wie die Anschaffung von Betten, einem Stoffteppich sowie einem Kühlschrank stehen außerdem auf der Liste.
Die Finanzierung all dieser Dinge und vor allem der täglichen Nahrung, Windeln und anfallenden Rechnungen hängt von euch ab, da das Heim leider vollkommen auf Hilfe von außerhalb angewiesen ist.
Jedenfalls sind die Ausgaben höher als man vielleicht vermutet, so kosten alleine Essen und Windeln ca. 200Euro monatlich.